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Was tun, wenn ein Kunde nicht zahlt? Verfahren und Risiken

Was tun bei Nichtzahlung: Inkassoverfahren, Zahlungsverzugsgesetz und Verbraucherschlichtung - Satya Legal

Ein Kunde, der nicht zahlt, kann Ihre Liquidität und Ihr Geschäft gefährden. In diesem Artikel erläutern wir die Schritte, die Sie bei Zahlungsausfall unternehmen können: was vor einer Forderung zu tun ist, was das Zahlungsverzugsgesetz (Gesetz 15/2010) vorsieht, Fristen und Verzugszinsen, wann das SMAC (System der Verbrauchermediation und -schiedsgerichtsbarkeit) greifen kann und welche Risiken zu beachten sind.

💡 Kurz zusammengefasst

  • Erste Schritte: Mahnungen und formale schriftliche Aufforderung.
  • Zahlungsverzugsgesetz: gesetzliche Zahlungsfristen (30/60 Tage), Zinsen und Entschädigung für Inkassokosten.
  • SMAC: vor allem für Verbraucherstreitigkeiten (B2C); bei B2B sind Gericht oder Vertragsarbitrage üblich.
  • Risiken: Kosten, Zeit, Geschäftsbeziehung und Verjährungsfristen.

1. Vor der Forderung: empfohlene Schritte

Vor einem formellen Inkassoverfahren sollten Sie Mahnungen versuchen: eine freundliche E-Mail oder Anruf und bei ausbleibender Reaktion eine formale schriftliche Aufforderung (Einschreiben oder E-Mail mit Lesebestätigung) mit ausstehendem Betrag, Fälligkeitsdatum und angemessener Zahlungsfrist. Prüfen Sie Ihren Vertrag: die vereinbarten Zahlungsfristen bestimmen, wann Verzug vorliegt.

✅ Tipp: Dokumentieren Sie alles: gesendete Rechnungen, Mahnungen und Antworten des Schuldners. Das ist später bei Gerichts- oder Schiedsverfahren nützlich.

2. Zahlungsverzugsgesetz (Gesetz 15/2010)

Das Gesetz 15/2010 regelt die Bekämpfung von Zahlungsverzug bei Handelsgeschäften (zwischen Unternehmen oder mit der öffentlichen Hand). Es legt maximale Zahlungsfristen fest (standardmäßig 30 Tage, 60 Tage im öffentlichen Sektor), Verzugszinsen (wenn nichts anderes vereinbart, gesetzlicher Zinssatz plus 8 Prozentpunkte) und Entschädigung für Inkassokosten (mindestens 40 €). Enthält Ihr Vertrag günstigere Fristen oder Zinsen für Sie, gelten diese.

  • Zahlungsfrist: 30 Tage nach Erhalt der Rechnung, sofern nicht anders vereinbart (max. 60 Tage bei B2B).
  • Verzugszinsen: Ab dem Tag nach Fälligkeit, ohne Vorankündigung, wenn Vertrag oder Gesetz es vorsehen.
  • Entschädigung: Sie können einen Pauschalbetrag für Inkassokosten (mind. 40 €) zuzüglich Zinsen verlangen.

3. Zu beachtende Risiken

Die Geltendmachung eines Zahlungsausfalls verursacht Kosten (Zeit, Anwaltshonorare, Gerichts- oder Schiedskosten) und kann die Geschäftsbeziehung belasten. Beachten Sie auch Verjährungsfristen: Forderungen verjähren in der Regel nach 5 Jahren. Bei geringen Beträgen lohnt sich die Forderung manchmal nicht; bei großen Beträgen oder strategischen Kunden sollten Sie zeitnah und mit anwaltlicher Beratung handeln.

⚠️ Wichtig: Warten Sie nicht zu lange. Eine formale Aufforderung und ggf. Klage oder Schiedsverfahren können nötig sein, bevor Ihre Forderung verjährt.

4. SMAC: wann es gilt

Das SMAC (System der Verbrauchermediation und -schiedsgerichtsbarkeit) dient der Beilegung von Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Unternehmen (B2C). Bei Forderungen als Lieferant gegen ein Unternehmen (B2B) ist SMAC in der Regel nicht anwendbar; bei B2B sind Gericht oder vertragliche Schiedsvereinbarung die üblichen Wege. Bei Unsicherheit, ob Ihr Fall Verbraucher- oder B2B-Geschäft ist, kann ein Vertragsanwalt Sie beraten.

📌 Zusammenfassung: Zahlungsverzugsgesetz für B2B und öffentliche Aufträge; SMAC für Verbraucherstreitigkeiten. In beiden Fällen hilft Dokumentation und zielgerichtetes Handeln, Verluste zu vermeiden und die passende Route zu wählen (Verhandlung, Mediation, Schiedsverfahren oder Gericht).

Fazit

Bei Zahlungsausfall eines Kunden: Mahnungen und formale Aufforderung mit dem Wissen um das Zahlungsverzugsgesetz (Fristen, Zinsen, Entschädigung) kombinieren. Risiken und Kosten der Forderung abwägen und bei Bedarf einen Anwalt konsultieren, um über Gericht, Schiedsverfahren oder Mediation zu entscheiden. Bei Satya Legal unterstützen wir Sie bei der Überprüfung von Kauf- oder Dienstleistungsverträgen (klare Zahlungs- und Verzugszinsklauseln) und bei der besten Inkassostrategie.

Brauchen Sie Beratung zur Geltendmachung eines Zahlungsausfalls?

Bei Satya Legal helfen wir Ihnen, Ihren Fall einzuschätzen, Aufforderungen zu formulieren und die passende Inkassostrategie zu wählen (Verhandlung, Mediation, Schiedsverfahren oder Gericht).

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