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Equity, Stock Options und Phantom Shares: Leitfaden für CEOs

Equity, Stock Options und Phantom Shares - Vollständiger Leitfaden für Startups

Mit der Weihnachtszeit nutzen viele CEOs und Führungskräfte die Gelegenheit, ihren Teams etwas Wertvolleres zu "schenken" als ein traditionelles Präsent: Beteiligung am Erfolg des Unternehmens. Begriffe wie Equity, Stock Options und Phantom Shares werden jedoch häufig verwendet, ohne dass allen wirklich klar ist, was sie tatsächlich bedeuten.

Die Terminologie zu kennen ist gut, aber zu verstehen, wovon wir sprechen, ist entscheidend. In diesem Artikel erläutern wir diese drei Formen der Kapitalbeteiligung und ihre praktischen Unterschiede, damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können – egal, ob Sie Gründer oder Teil des Teams sind.

🏛️

Equity: Echter Gesellschafter werden

Equity ist die direkteste Form der Beteiligung am Kapital des Unternehmens. Es kommt einem echten Stück vom Kuchen am nächsten: kein Bissen, sondern ein greifbarer Teil des Geschäfts.

Wenn Sie Equity erhalten, treten Sie direkt in das Kapital des Unternehmens ein. Das bedeutet:

  • Sie haben echte Rechte als Gesellschafter (Stimmrecht, Informationsrecht, Recht auf Beteiligung am Gewinn)
  • Sie übernehmen Verantwortung als Teil des Projekts (Sie können Verantwortung in strategischen Entscheidungen tragen)
  • Sie sind offiziell Teil der Gesellschafterstruktur (Sie erscheinen im Handelsregister)
  • Sie nehmen an strategischen Entscheidungen entsprechend Ihrem Anteil teil (Gesellschafterversammlung, Verkaufsentscheidungen usw.)
  • Sie haben Anspruch auf einen proportionalen Anteil am Unternehmenswert im Falle eines Verkaufs oder einer Liquidation

Wie Equity in der Praxis funktioniert

💡

Praktisches Beispiel

Stellen Sie sich vor, ein Startup hat einen Wert von 1 Million Euro und Sie erhalten 5 % Equity. Das bedeutet:

  • Sie sind ab dem ersten Tag Eigentümer von 5 % des Unternehmens
  • Wird das Unternehmen für 10 Millionen verkauft, ist Ihr Anteil €500.000 wert
  • Sie haben bei wichtigen Entscheidungen ein Stimmrecht entsprechend Ihrem Anteil
  • Falls Dividenden ausgeschüttet werden, erhalten Sie 5 % davon

Was ist Vesting?

Equity ist in der Regel mit Vesting verbunden – einem Mechanismus, der dafür sorgt, dass Sie Ihren Anteil schrittweise erwerben. Beispielsweise bedeutet ein Vesting über 4 Jahre mit einem "Cliff" von 1 Jahr:

Vor Ablauf von 1 Jahr

Sie erhalten nichts

Nach 1 Jahr

Sie erwerben 25 % (1 von 4 Jahren)

📅 Jeden weiteren Monat

Sie erwerben 1/48 des Gesamtanteils

🎉 Nach 4 Jahren

Sie besitzen 100 % Ihres Equity

💰

Steuerliche Aspekte von Equity

In Spanien hat der Erhalt von Equity wichtige steuerliche Auswirkungen:

📥 Beim Erhalt

Erhalten Sie Equity als Gegenleistung für Ihre Arbeit, gilt dies als Arbeitseinkommen und wird im Rahmen der Einkommensteuer (IRPF) besteuert. Der Wert wird nach dem Marktwert der Geschäftsanteile berechnet.

💸 Beim Verkauf

Verkaufen Sie Ihre Anteile, stellt die Differenz zwischen Verkaufspreis und Anschaffungswert einen Veräußerungsgewinn dar, der im Rahmen der Einkommensteuer (IRPF) besteuert wird (19–23 % je nach Höhe).

🚀 Im Falle eines Exits

Wird das Unternehmen verkauft, erhalten Sie Ihren proportionalen Anteil und versteuern diesen als Veräußerungsgewinn.

📌

Wann es eingesetzt wird

Wird in der Regel an Schlüsselpersonen wie Mitgründer, erste strategische Mitarbeiter und Personen vergeben, die "über die Zukunft des Unternehmens entscheiden".

Typische Bandbreiten:

Mitgründer: 20–50 %

Erste Mitarbeiter: 0,5–2 %

⚠️

Wichtig

Equity verwässert sich in zukünftigen Finanzierungsrunden. Halten Sie 5 % und ein Investor erwirbt 20 % des Unternehmens, verringert sich Ihr Anteil (auch wenn der Gesamtwert des Unternehmens gestiegen sein kann). Das ist beim Wachstum von Startups normal und zu erwarten.

🎫

Stock Options: Gesellschafter werden... falls Sie einmal ausüben

Stock Options funktionieren anders. Hier erhalten Sie die Beteiligung nicht direkt, sondern ein Recht (eine Option), in der Zukunft Geschäftsanteile zu einem heute festgelegten Preis zu kaufen.

Es ist wie ein Gutschein, mit dem man etwas Wertvolles in der Zukunft zum heutigen Preis kaufen kann. Wächst das Unternehmen und steigt sein Wert, kann dieser Gutschein sehr viel wert sein. Wächst das Unternehmen nicht wie erwartet, bleibt es bei einem "Mal sehen".

Wie Stock Options funktionieren

Stock Options funktionieren in zwei Phasen:

  • Phase 1 – Gewährung (Grant): Das Unternehmen gewährt Ihnen das Recht, eine bestimmte Anzahl an Anteilen zu einem festgelegten Preis (Strike Price oder Ausübungspreis) zu kaufen. Dieser Preis entspricht in der Regel dem Marktwert (Fair Market Value) zum Zeitpunkt der Gewährung.
  • Phase 2 – Ausübung (Exercise): Wenn Sie sich entscheiden, Ihre Optionen auszuüben, zahlen Sie den Strike Price und erhalten die Anteile. Ab diesem Moment sind Sie echter Gesellschafter des Unternehmens.
📊

Praktisches Beispiel

Ausgangssituation

10.000 Stock Options × 1 € Strike Price = €10.000

Nach 3 Jahren

Wert pro Anteil: 10 €

Potenzieller Gewinn

€90.000

(€100.000 – €10.000, abzüglich Steuern)

Vesting bei Stock Options

Stock Options sind fast immer mit Vesting verbunden. Das gängigste Vesting ist:

  • 4 Jahre Vesting mit einem Cliff von 1 Jahr
  • Das bedeutet: Wenn Sie vor Ablauf von 1 Jahr gehen, verlieren Sie alle Optionen
  • Nach 1 Jahr erwerben Sie 25 % (Sie können 2.500 der 10.000 Optionen ausüben)
  • Jeden weiteren Monat erwerben Sie 1/48 des restlichen Gesamtbetrags
  • Nach 4 Jahren können Sie alle Optionen ausüben

Steuerliche Aspekte von Stock Options

In Spanien werden Stock Options steuerlich besonders behandelt, insbesondere bei ENISA-zertifizierten jungen Unternehmen (Startups):

  • Bei der Gewährung: Zum Zeitpunkt der Gewährung erfolgt keine Besteuerung (im Gegensatz zu direktem Equity).
  • Bei der Ausübung: Die Differenz zwischen Marktwert und Strike Price gilt als Arbeitseinkommen und wird im Rahmen der Einkommensteuer (IRPF) besteuert. Für ENISA-zertifizierte junge Unternehmen gibt es jedoch eine Steuerbefreiung von bis zu €50.000 pro Jahr.
  • Beim Verkauf der Anteile: Der Veräußerungsgewinn (Differenz zwischen Verkaufspreis und Anschaffungswert) wird als Veräußerungsgewinn besteuert (19–23 %).
  • Steueraufschub: Bei jungen Unternehmen (Startups) können Sie die Besteuerung bis zu maximal 10 Jahre oder bis zum Eintritt eines bestimmten Ereignisses (Verkauf, Börsengang etc.) aufschieben.
💡

Steuerlicher Vorteil (ENISA-zertifizierte Startups)

Wenn Sie in einem ENISA-zertifizierten jungen Unternehmen (Startup) arbeiten, können Sie bei der Ausübung Ihrer Stock Options von der jährlichen Steuerbefreiung in Höhe von €50.000 profitieren.

Beispiel:

Wert bei Ausübung: €60.000 – Strike Price: €10.000 – Steuerbefreiung: €50.000

Sie versteuern nur 0 €

Wann Sie Stock Options ausüben sollten

Die Entscheidung, wann Sie Ihre Stock Options ausüben, ist entscheidend. Zu berücksichtigende Faktoren:

  • Liquidität: Sie benötigen Geld, um den Strike Price zu zahlen. Ohne Liquidität kann die Ausübung schwierig sein.
  • Aktueller vs. zukünftiger Wert: Wenn das Unternehmen schnell wächst, kann es sich lohnen zu warten. Besteht jedoch das Risiko, dass der Wert sinkt, kann eine frühere Ausübung sinnvoller sein.
  • Liquiditätsereignisse: Steht ein Verkauf oder Börsengang bevor, kann eine vorzeitige Ausübung steuerlich sinnvoll sein.
  • Ablauf: Stock Options haben in der Regel ein Ablaufdatum (typischerweise 7–10 Jahre ab Gewährung). Werden sie nicht rechtzeitig ausgeübt, verfallen sie.

⚠️ Wichtig: Stock Options haben einen Ausübungspreis (Strike Price). Wenn der Unternehmenswert diesen Preis bei der Ausübung nicht übersteigt, kann die Option praktisch wertlos sein. Zudem verlieren Sie nicht erworbene Optionen, wenn Sie das Unternehmen vor Ablauf des Vestings verlassen.

🚨 Häufiger Fehler: Viele Mitarbeiter üben ihre Stock Options nicht aus, weil ihnen das Geld für den Strike Price fehlt. Einige Unternehmen ermöglichen jedoch das gleichzeitige Ausüben und Verkaufen (Cashless Exercise), oder Sie können eine externe Finanzierung suchen. Wertvolle Optionen nicht auszuüben bedeutet, Geld zu verlieren.

👻

Phantom Shares: Am Erfolg teilhaben, ohne Gesellschafter zu sein

Phantom Shares (Phantomaktien oder virtuelle Anteile) funktionieren anders. Hier gibt es weder eine echte Kapitalbeteiligung noch eine Kaufoption. Stattdessen gibt es einen Bonus, der sich nach der Wertentwicklung des Unternehmens berechnet.

Mit Phantom Shares:

  • Sie treten nicht in das Kapital des Unternehmens ein (Sie erscheinen nicht im Handelsregister)
  • Sie haben kein Stimmrecht und kein Recht zur Teilnahme an Entscheidungen
  • Sie werden in zukünftigen Finanzierungsrunden nicht verwässert
  • Aber wenn das Unternehmen gut läuft, erhalten Sie einen Bonus proportional zum Wertzuwachs, den Sie "erwirtschaftet" haben
  • Bei einem Exit (Verkauf oder Börsengang) partizipieren Sie ebenfalls am Gewinn entsprechend Ihrem virtuellen Anteil

Wie Phantom Shares funktionieren

Phantom Shares sind ein Vertrag zwischen Unternehmen und Mitarbeiter, der Folgendes regelt:

  • Anzahl der "virtuellen Anteile": Ihnen wird beispielsweise das Äquivalent von 0,5 % des Unternehmenswerts zugewiesen
  • Auszahlungsereignis: Es wird festgelegt, wann der Wert berechnet und ausgezahlt wird (Verkauf des Unternehmens, IPO, bestimmter Meilenstein etc.)
  • Berechnungsformel: Es wird festgelegt, wie der Wert berechnet wird (typischerweise: Unternehmenswert × Ihr virtueller Anteil)
  • Bedingungen: Sie können Vesting-Bedingungen, Verbleibsbedingungen etc. enthalten
🎯

Praktisches Beispiel

Gewährte Phantom Shares

0,5 %

des Unternehmenswerts

Unternehmensverkauf (5 Jahre später)

20 Mio. €

Ihr Bonus

€100.000

(20.000.000 € × 0,5 %, abzüglich Steuern)

Vorteile von Phantom Shares

  • Sie verändern den Cap Table nicht: Die Gesellschafterstruktur bleibt unverändert, was für zukünftige Finanzierungsrunden wichtig ist.
  • Flexibilität: Sie können je nach Bedarf des Unternehmens auf vielfältige Weise strukturiert werden.
  • Einfachheit: Sie erfordern keine Satzungsänderungen oder Eintragungen im Handelsregister.
  • Keine Verwässerung für andere Gesellschafter: Bestehende Gesellschafter werden nicht verwässert, da keine neuen Anteile ausgegeben werden.
  • Kontrolle: Das Unternehmen behält die volle Kontrolle darüber, wann und wie ausgezahlt wird.

Steuerliche Aspekte von Phantom Shares

Phantom Shares gelten bei der Auszahlung als Arbeitseinkommen:

  • Beim Erhalt der Zahlung: Der Bonus gilt als Arbeitseinkommen und wird im Rahmen der Einkommensteuer (IRPF) nach der allgemeinen Tarifstufe besteuert (bis zu 45 % in hohen Stufen).
  • Keine besondere Steuerbefreiung: Anders als Stock Options in jungen Unternehmen (Startups) genießen Phantom Shares keine besondere steuerliche Befreiung.
  • Timing: Sie versteuern nur dann, wenn Sie das Geld erhalten – nicht beim "Verdienen" der Phantom Shares.

Wann Phantom Shares sinnvoll sind

Phantom Shares sind ideal, wenn:

  • Sie ein breites Team motivieren möchten, ohne den Cap Table zu verändern
  • Sie bereits Investoren haben und das Kapital nicht weiter verwässern wollen
  • Sie Flexibilität benötigen, um Anreize individuell zu gestalten
  • Sie konkrete Ergebnisse oder bestimmte Meilensteine belohnen möchten
  • Das Unternehmen noch nicht bereit ist, echte Anteile auszugeben (zum Beispiel in einer sehr frühen Phase)

💡 Schlüsselvorteil: Phantom Shares eignen sich hervorragend, um das Team zu belohnen, ohne die Gesellschafterstruktur zu verändern. Sie sind besonders nützlich, wenn Sie motivieren wollen, ohne den Cap Table anzupassen. Da es keine echte Beteiligung gibt, muss sich der Mitarbeiter zudem nicht um Verwässerung oder die Verwaltung von Anteilen kümmern.

⚠️ Wichtige Überlegung: Phantom Shares hängen davon ab, dass das Unternehmen den Vertrag erfüllt. Verfügt das Unternehmen zum Auszahlungszeitpunkt nicht über die nötige Liquidität oder ändert sich die Geschäftsführung, kann die Auszahlung gefährdet sein. Ein gut formulierter Vertrag, der Ihre Rechte schützt, ist daher unerlässlich.

⚖️

Vergleich: Equity vs. Stock Options vs. Phantom Shares

Die Millionenfrage lautet: Welche dieser drei Optionen ist die beste? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Es hängt davon ab, für wen, wofür und in welcher Phase sich Ihr Startup befindet.

Merkmal Equity Stock Options Phantom Shares
Echte Kapitalbeteiligung !
Stimmrecht !
Verändert Cap Table !
Verwässerung in künftigen Runden !
Besteuerung bei Erhalt !
Besteuerung bei Ausübung/Verkauf Veräußerungs-
gewinn
Einkommen
+ Gewinn
Arbeits-
einkommen
Steuerbefreiung (junges Unt./Startup) 50K€
Liquidität zur Ausübung nötig N/A N/A
Rechtliche Komplexität Mittel-Hoch Mittel Niedrig
Am besten für Mitgründer Erste Mitarbeiter Breite Teams
👔

Für Gründer: Was zu beachten ist

Als Gründer ist die Wahl der richtigen Anreizform entscheidend für den langfristigen Erfolg:

🏛️

Equity

Das maximale Commitment

Geeignet für:

Mitgründer, erste strategische Schlüsselmitarbeiter

Bandbreiten:

Mitgründer: 20–50 %
CTO/VP: 1–3 %
Schlüsselmitarbeiter: 0,5–2 %

🎫

Stock Options

Das perfekte Gleichgewicht

Geeignet für:

Erste Mitarbeiter, zu bindendes Talent

Bandbreiten:

Mitarbeiter 1–10: 0,25–1 %
Mitarbeiter 11–50: 0,1–0,5 %
Spätere: 0,05–0,25 %

👻

Phantom Shares

Die Flexibilität

Geeignet für:

Breite Teams, ohne weitere Verwässerung

Bandbreiten:

Breite Teams: 0,01–0,1 %
Boni für Meilensteine: variabel

👤

Für Mitarbeiter: Was Sie verstehen und verhandeln sollten

Wenn Sie Mitarbeiter sind und Ihnen eine Beteiligung angeboten wird, ist es entscheidend zu verstehen, was Sie erhalten:

🏛️

Wenn Ihnen Equity angeboten wird

✅ Vorteile

  • • Sie sind echter Gesellschafter mit gesetzlichen Rechten
  • • Langfristig das Wertvollste
  • • Sie werden im Handelsregister eingetragen

❓ Schlüsselfragen

  • • Welcher Prozentsatz genau?
  • • Gibt es Vesting?
  • • Austrittsklauseln?
  • • Steuerliche Auswirkungen?
🎫

Wenn Ihnen Stock Options angeboten werden

✅ Vorteile

  • • Zukünftiges Recht, Gesellschafter zu werden
  • • Steuervorteile (junges Unt./Startup)
  • • Kein Eingriff in den Cap Table bis zur Ausübung

❓ Schlüsselfragen

  • • Wie viele Optionen? Strike Price?
  • • Wann laufen sie ab?
  • • Gibt es Vesting?
  • • ENISA-zertifiziertes junges Unternehmen?

💡 Verhandeln Sie:

Niedrigen Strike Price (oder 0 €) und lange Ausübungsfrist (7–10 Jahre)

👻

Wenn Ihnen Phantom Shares angeboten werden

✅ Vorteile

  • • Sie partizipieren am Erfolg
  • • Einfacher als Equity
  • • Keine Verwässerung

❓ Schlüsselfragen

  • • Welcher virtuelle Prozentsatz?
  • • Wann wird ausgezahlt?
  • • Was passiert, wenn ich gehe?
  • • Vertrag sauber formuliert?

💡 Verhandeln Sie:

Einen höheren Prozentsatz und einen klaren Vertrag darüber, wann und wie gezahlt wird

🚫

Häufige Fehler, die zu vermeiden sind

Sowohl Gründer als auch Mitarbeiter machen bei der Strukturierung oder dem Erhalt von Anreizen häufig Fehler. Hier die wichtigsten:

👔

Fehler von Gründern

  • Nicht korrekt dokumentieren

    Equity oder Optionen ohne einen klaren, gut formulierten Vertrag zu vergeben, ist ein schwerwiegender Fehler. Alles muss schriftlich festgehalten werden.

  • Zukünftige Verwässerung nicht berücksichtigen

    Wenn Sie jetzt zu viel Equity vergeben, haben Sie möglicherweise nicht genug für zukünftige Runden oder zur Anwerbung weiterer Talente.

  • Mitarbeitern nicht ausreichend erklären

    Viele Mitarbeiter verstehen nicht, was sie haben. Das führt zu Frustration und kann zu Konflikten führen.

  • Zu kurzes oder zu langes Vesting

    Ein Vesting von 1 Jahr ist zu kurz. Eines von 10 Jahren ist zu lang. Der Standard sind 4 Jahre mit einem Cliff von 1 Jahr.

  • Kein ESOP reservieren

    Es ist entscheidend, vor der ersten Runde einen Pool (10–20 % des Kapitals) für zukünftige Mitarbeiter zu reservieren.

👤

Fehler von Mitarbeitern

  • Nicht genug nachfragen

    Optionen zu akzeptieren, ohne zu verstehen, was Sie haben. Fragen Sie: Prozentsatz, Strike Price, Vesting, Ablauf, aktuellen Wert.

  • Wertvolle Optionen nicht ausüben

    Wenn Ihre Optionen einen Wert haben und Sie sie ausüben können, tun Sie es. Wertvolle Optionen nicht auszuüben, bedeutet Geld zu verlieren.

  • Steuerliche Auswirkungen nicht berücksichtigen

    Die Ausübung von Optionen oder der Erhalt von Equity hat steuerliche Konsequenzen. Planen Sie rechtzeitig.

  • Annehmen, dass sie immer etwas wert sein werden

    Die meisten Startups scheitern. Ihre Optionen könnten wertlos sein. Treffen Sie keine wichtigen finanziellen Entscheidungen auf Basis nicht ausgeübter Optionen.

  • Den Vertrag nicht lesen

    Lesen Sie den gesamten Vertrag, insbesondere die Austrittsklauseln, das Ablaufdatum und was bei Kündigung oder Eigenkündigung passiert.

Best Practices

👔

Für Gründer

  • Reservieren Sie einen ESOP von 10–20 %

    Reservieren Sie vor der ersten Runde einen Pool für Mitarbeiter. Das verhindert, dass Gründer bei jeder neuen Einstellung verwässert werden.

  • Nutzen Sie Standard-Vesting

    4 Jahre mit einem Cliff von 1 Jahr ist der Branchenstandard. Erfinden Sie das Rad nicht neu.

  • Dokumentieren Sie alles

    Jede Gewährung muss mit einem klaren Vertrag dokumentiert werden, der Rechte, Pflichten, Vesting und Bedingungen erläutert.

  • Schulen Sie Ihr Team

    Organisieren Sie Sitzungen, in denen erklärt wird, was die Mitarbeiter haben, wie es funktioniert und was sie erwarten können. Transparenz schafft Vertrauen.

  • Erwägen Sie die ENISA-Zertifizierung

    Wenn Ihr Startup als junges Unternehmen zertifiziert werden kann, profitieren Ihre Mitarbeiter von Steuerbefreiungen auf Stock Options.

👤

Für Mitarbeiter

  • Fragen Sie alles

    Haben Sie keine Angst zu fragen. Es ist Ihr Recht zu verstehen, was Sie erhalten.

  • Verhandeln Sie den Strike Price

    Wenn möglich, verhandeln Sie einen niedrigen Strike Price oder sogar 0 €. Das erleichtert die Ausübung.

  • Planen Sie die Liquidität

    Wenn Sie Stock Options haben, planen Sie, wie Sie das Geld für die Ausübung beschaffen, wenn es so weit ist.

  • Berücksichtigen Sie das steuerliche Timing

    Die Ausübung von Optionen hat steuerliche Konsequenzen. Konsultieren Sie einen Steuerberater, um das Timing zu optimieren.

  • Treffen Sie keine Entscheidungen auf Basis nicht ausgeübter Optionen

    Optionen können wertlos sein. Treffen Sie keine wichtigen finanziellen Entscheidungen unter der Annahme, dass sie etwas wert sein werden.

Häufig gestellte Fragen

💼

Kann ich gleichzeitig Equity und Stock Options haben?

Ja, das ist möglich. Ein Mitgründer kann zum Beispiel direktes Equity besitzen und zusätzlich Stock Options als Teil eines Anreizplans erhalten. Es ist jedoch weniger üblich und muss gut dokumentiert sein, um Missverständnisse zu vermeiden.

💼

Was passiert mit meinen Stock Options, wenn ich gekündigt werde?

Das hängt vom Vertrag ab. Typischerweise können Sie bei einer Kündigung ohne wichtigen Grund die bereits gevesteten Optionen innerhalb einer bestimmten Frist (typischerweise 90 Tage) ausüben. Bei einer Eigenkündigung kann die Frist kürzer sein. Bei einer Kündigung aus wichtigem Grund können Sie alle Optionen verlieren. Es ist entscheidend, Ihren Vertrag zu lesen.

🔄

Lassen sich Phantom Shares in echtes Equity umwandeln?

Nicht automatisch. Phantom Shares sind ein Bonusvertrag und keine echte Beteiligung. Einige Unternehmen bieten jedoch die Möglichkeit, Phantom Shares unter bestimmten Bedingungen in echtes Equity "umzuwandeln", aber dies erfordert eine Anpassung des Vertrags und des Cap Tables.

📊

Wie viel Equity sollte ich einem Mitgründer geben?

Es gibt keine feste Regel, aber typischerweise teilen sich Mitgründer zwischen 60 und 80 % des gesamten Equity (wobei 20–40 % für Mitarbeiter und künftige Investoren reserviert werden). Die Aufteilung hängt davon ab, wer die Idee hatte, wer mehr Wert beiträgt, wer Kapital investiert usw. Eine Gesellschaftervereinbarung, die dies regelt, ist unverzichtbar.

💰

Was ist steuerlich am besten: Equity, Stock Options oder Phantom Shares?

Für ENISA-zertifizierte junge Unternehmen (Startups) bieten Stock Options erhebliche Steuervorteile (Befreiung von bis zu €50.000 pro Jahr). Direktes Equity wird bei Erhalt besteuert, wenn es als Gegenleistung für Arbeit gewährt wird. Phantom Shares werden bei der Auszahlung als Arbeitseinkommen besteuert. Im Allgemeinen sind Stock Options in jungen Unternehmen (Startups) steuerlich am vorteilhaftesten.

💸

Kann ich meine Anteile vor einem Exit verkaufen?

Das hängt davon ab. Wenn Sie echtes Equity haben, können Sie es technisch verkaufen, doch in der Regel gibt es Beschränkungen in der Satzung oder in der Gesellschaftervereinbarung (Vorkaufsrecht, Mitkaufrecht etc.). Stock Options können erst nach ihrer Ausübung verkauft werden. Phantom Shares können nicht verkauft werden, da sie keine echten Anteile darstellen.

Brauchen Sie Hilfe bei der Strukturierung der Anreize Ihres Teams?

Bei Satya Legal sind wir Spezialisten für die Gestaltung von Anreizsystemen (Equity, Stock Options, Phantom Shares), die auf die Bedürfnisse Ihres Startups und die Erwartungen Ihres Teams zugeschnitten sind. Wir helfen Ihnen, diese Programme optimal und rechtlich solide zu strukturieren.

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