Die 7 Punkte, die Sie in Ihrem ersten großen Vertrag prüfen sollten
Ihren ersten großen Vertrag zu unterzeichnen —mit einem Kunden, Lieferanten oder Partner— ist ein Meilenstein. Ein schlecht geprüftes Dokument kann Sie jedoch an ungünstige Bedingungen, unrealistische Fristen oder Klauseln binden, die Ihr Wachstum einschränken. In diesem Artikel nennen wir die 7 Punkte, die Sie in Ihrem ersten großen Vertrag prüfen sollten, bevor Sie unterschreiben, mit praktischem Fokus für Startups und Gründer.
Kurz zusammengefasst
- Vertragsgegenstand und -umfang: was geliefert und was erhalten wird.
- Preis, Zahlungsart und Zahlungsfristen.
- Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsbedingungen.
- Vertraulichkeit, geistiges Eigentum und Daten.
- Haftungsbeschränkung und Entschädigungen.
- Gerichtsstand, anwendbares Recht und Streitbeilegung.
- Weitere kritische Klauseln je nach Vertragstyp.
1. Vertragsgegenstand und -umfang
Der Vertragsgegenstand definiert, wozu jede Partei sich verpflichtet. Er muss klar beschrieben sein, um Missverständnisse und spätere Ansprüche zu vermeiden. Bei einem Handelsvertrag prüfen Sie, dass konkrete Produkte oder Leistungen, Mengen oder Umfang (z. B. Stunden, Lieferungen, SLA) festgelegt sind und keine offenen oder unklaren Pflichten bestehen.
Prüfpunkte: Klare Beschreibung der Lieferungen, ausdrückliche Ausschlüsse bei außerhalb des Umfangs und Möglichkeit schriftlicher Erweiterung (Anhang oder Zusatz), wenn das Projekt wächst.
2. Preis, Zahlungsart und Zahlungsfristen
Der Preis muss festgelegt sein (Pauschalbetrag, stundenweise, meilensteinbasiert, ergebnisabhängig usw.) und die Zahlungsart explizit: Überweisung, Frist (30, 60, 90 Tage), monatliche oder projektbezogene Abrechnung. Für ein Startup können lange Zahlungsziele zu Liquiditätsengpässen führen; es empfiehlt sich, von Anfang an zu verhandeln oder Erwartungen abzustimmen.
Wichtig: Prüfen Sie Verzugszinsen, Säumniszuschläge und in welcher Währung fakturiert und gezahlt wird. Bei Verträgen in anderer Währung das Wechselkursrisiko berücksichtigen.
3. Laufzeit, Verlängerung und Kündigung
Es muss klar sein, wann der Vertrag beginnt und endet, ob er sich automatisch verlängert und mit welcher Frist gekündigt werden kann. Stillschweigende Verlängerungsklauseln (z. B. "Verlängerung um ein Jahr, wenn keine Partei 3 Monate vorher kündigt") sind üblich, können Sie aber binden, wenn Sie nicht aufpassen. Prüfen Sie auch Gründe für vorzeitige Beendigung (Verzug, Aufhebungsvereinbarung, höhere Gewalt) und Folgen bei Beendigung (Rückgabe von Materialien, fortbestehende Vertraulichkeit usw.).
Tipp: Tragen Sie den Kündigungstermin in Ihren Kalender ein, wenn Sie nicht verlängern möchten. Viele Konflikte entstehen, weil das Datum "verpasst" wurde.
4. Vertraulichkeit, geistiges Eigentum und Daten
In Verträgen mit Kunden oder Partnern gibt es oft Vertraulichkeitspflichten: welche Informationen vertraulich sind, wie lange und welche Ausnahmen gelten. Wenn Sie Entwicklungen, Code oder Kreationen liefern, muss klar sein, wem das geistige Eigentum gehört: ob abgetreten, lizenziert oder bei Ihnen verbleibend. Bei Verarbeitung personenbezogener Daten muss der Vertrag die Datenverarbeitung und DSGVO-Konformität abdecken (Auftragsverarbeiter, AV-Vertrag falls anwendbar).
- Vertraulichkeit: Umfang, Dauer und Ausnahmen (öffentliche Informationen, bereits Bekanntes, legitime Offenbarung durch Dritte).
- Geistiges Eigentum: Bei Abtretung nur im erforderlichen Umfang (Territorium, Nutzung, Exklusivität) und schriftlich festhalten.
- Personenbezogene Daten: Auftragsverarbeiter/Verantwortlicher, Anweisungen, Unteraufträge und Sicherheitsmaßnahmen.
5. Haftungsbeschränkung und Entschädigungen
Eine der wichtigsten Klauseln: inwieweit Sie bei Verzug, Fehler oder Schaden haften. Ohne Deckelung könnten Sie mit Ihrem gesamten Vermögen haften. Üblich ist die Begrenzung auf den Vertragswert oder ein Vielfaches (z. B. 12 Monate Gebühren) sowie der Ausschluss von Folgeschäden, entgangenem Gewinn oder Datenverlust. Prüfen Sie auch Entschädigungsklauseln: wofür Sie entschädigen (Drittansprüche, IP usw.) und bis zu welchem Betrag.
Achtung: Verlangt die andere Seite unbegrenzte Haftung oder sehr weitreichende Entschädigungen, verhandeln Sie eine Obergrenze. Für Startups in früher Phase kann unbegrenzte Haftung ein existenzielles Risiko sein.
6. Gerichtsstand, anwendbares Recht und Streitbeilegung
Der Vertrag legt in der Regel das anwendbare Recht (z. B. spanisch) und die Gerichte für Streitigkeiten (oder Schiedsverfahren) fest. Für ein spanisches Startup sind spanisches Recht und spanische Gerichte meist kalkulierbarer und günstiger. Bei Gerichtsstand in einem anderen Land die Kosten und Komplexität im Streitfall bedenken.
Einige Verträge enthalten Schiedsklauseln. Schiedsverfahren können schneller und vertraulicher sein, sind aber oft teurer. Prüfen Sie, ob es obligatorisch oder freiwillig ist und an welchem Ort und nach welchen Regeln es durchgeführt würde.
7. Weitere kritische Klauseln je nach Vertragstyp
Je nach Dienstleistungs-, Liefer-, Kooperations- oder Vertriebsvertrag können relevant sein: Wettbewerbsverbot, Exklusivität, Unteraufträge, höhere Gewalt, Vertragsübertragung, Mitteilungen, Gesamtvereinbarung (Schriftform vor mündlich) und Änderungen (nur schriftlich). Bei Verträgen mit Investoren oder Finanzierungsrunden ist die Abstimmung mit Ihrer Rechtsberatung für Startups entscheidend; bei wiederkehrenden Handelsverträgen spart eine gut geprüfte Basis Risiko und Zeit.
Zusammenfassung: Checkliste vor Unterschrift
- Klarer Vertragsgegenstand und -umfang ohne Unklarheiten.
- Preis, Zahlungsart und -fristen definiert und für Ihre Liquidität tragbar.
- Laufzeit, Verlängerung und Kündigung mit einhaltbaren Fristen.
- Vertraulichkeit, IP und personenbezogene Daten klar abgegrenzt.
- Haftungsbeschränkung und Entschädigungen mit angemessenem Deckel.
- Anwendbares Recht und Gerichtsstand für Sie handhabbar.
- Weitere Klauseln (Exklusivität, Wettbewerbsverbot usw.) geprüft und akzeptiert.
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